Managergehälter und Mindestlohn – Aller will „Runden Tisch“ einladen | Vorsitzender der SPD Region Hannover kritisiert die Entwicklung in beide Richtungen und sieht das „Ende der Fahnenstange“

Heinrich Aller
 

„Der anhaltende Streit um Mindestlöhne, sittenwidrige Bezahlung und Lohndumping ist angesichts der jetzt veröffentlichten Managergehälter von 27 im DAX notierten Unternehmen in Deutschland eine Farce“, kritisiert Heinrich Aller, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD Region Hannover. „Mir kommt die Galle hoch, wenn in Berlin um Cents beim Mindestlohn gefeilscht wird, während die Managergehälter explodieren.“ Der Sozialdemokrat kündigte an, dass er unmittelbar nach Ostern Vertreterinnen und Vertreter wichtiger gesellschaftlicher Gruppen zu einem „Runden Tisch: Managergehälter und Mindestlohn – wo sind die Enden der Fahnenstange“ einladen werde.

Für den SPD-Politiker steht fest: In einer Gesellschaft gehe es nicht mehr gerecht zu, wenn die einen mit Löhnen abgespeist werden, die für das tägliche Leben nicht reichen und andere auf einen Schlag das Zig-Fache eines Monatslohns von hart schuftenden Arbeitnehmern als Gehaltserhöhung kassieren. „Die Entwicklung an beiden Enden der Einkommensskala ist unerträglich“, so Aller. Er habe Respekt vor denen in der Gesellschaft, die angesichts dieser Entwicklung den Finger in die Wunde legen.

Es habe lange genug gedauert, bis in Deutschland die Managergehälter offen gelegt werden mussten. Jetzt liegen die Fakten auf dem Tisch- Die Gesellschaft müsse angesichts des Auseinanderdriftens von persönlichen Einkommen ernsthaft die Frage nach der Angemessenheit und Auskömmlichkeit von Entlohnung neu bewerten. „Ich wünsche mir, dass die vielen klugen Leute, die sich in diesen Wochen den Kopf über die Bekämpfung von sittenwidriger Bezahlung mit derselben Intensität Lösungen zur Begrenzung von sittenwidrigen Millioneneinkommen machen“, kritisiert der SPD-Politiker die aktuelle Entwicklung. Das Steuerrecht sei dafür ein geeignetes Instrument. Viele andere Länder hätten wenigstens am unteren Ende der Einkommensskala gesetzliche Regelungen durchgesetzt und Mindestlöhne eingeführt. Obwohl diese zum Teil deutlich über den hierzulande diskutierten Untergrenzen liegen, funktioniere dort die Wirtschaft.

 

 


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